Mitteilungen
Gäbe es aber keine Worte,
wodurch könnte es sich dann offenbaren?
(chinesische Inschrift)
28. Juni 2010
Vorankündigung:
Unsere Mitgliederversammlung mit Wahlen findet in diesem Jahr noch einmal am Benediktushof in Holzkirchen statt am Sonntag 10. Oktober 2010 ab 12 Uhr.
Rea
20.Juni 2010
Die “Ziehende Wolke” zieht weiter
Vorausblick auf das Jahr 2011, von Uta Dreisbach
Das Haus Benedikt in Würzburg schließt zum Ende des Jahres 2010 seine Pforten. Das zweite Haus, in dem ich Zenkurse gegeben habe, der Benediktushof in Holzkirchen versteht sich inzwischen als Heimat und Wirkungsfeld der neuen Leere-Wolke-Linie von Willigis Jäger, nicht mehr der Sanbo-Kyodan-Schule.
Diese beiden Gegebenheiten haben mich veranlaßt, nach einem neuen Kursort zu suchen. Dabei ist meine Wahl auf das Domicilium in Weyarn gefallen.
Weyarn liegt ganz nahe am S-Bahn-Bereich von München, ist also gut erreichbar vom Hauptbahnhof und sogar vom Münchener Flughafen aus. Von der A 8 München-Salzburg kommt man über eine eigene Ausfahrt in wenigen Minuten ans Ziel.
Das Haus liegt mitten in der Natur an einem Hang des Mangfalltales. Es hat ein ansprechend gestaltetes Zendo, bietet vegetarische Küche und Zimmer unterschiedlicher Kategorien zu günstigeren Preisen als in Würzburg. Die Wanderwege sind zahlreich, und Tätigkeiten für die Arbeitszeit gibt es in Hülle und Fülle.
Schaut einfach selber auf die Website www.domicilium-weyarn.de
Ich werde dort sicher nicht einen Neubeginn großen Stils starten, sondern weniger Termine anbieten als bisher; schließlich habe ich längst das Rentenalter erreicht. Aber wer weiterhin bei mir und mit mir üben will und den Weg in die Münchener Gegend auf sich nimmt, ist ab 2011 herzlich willkommen im Domicilium. Möge dieser Ort Euch, meinen Schülerinnen und Schülern, wie sein Name sagt, eine “Heimstätte” auf dem Übungsweg werden!
Die Kurstermine für 2011 findet Ihr ab Herbst auf der Website von Domicilium und natürlich auch hier auf unserer Website aufgelistet.
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16. April 2009
Nähere Informationen zum Natur-Sesshin können jetzt bei Rea Siegel Ketros eingeholt werden.
Anmeldungen oder Anfragen bitte an rea.siegel-ketros@gmx.de oder Tel. 07133/15240.
- Es sind noch wenige Plätze frei. - (12. 5. 09)
Rea
06. März 2009
!!! Vorankündigung Natur-Sesshin !!!
Der Verein “Ziehende Wolke e.V.” plant zum Herbstbeginn ein Wochenende besonderer Art:
Neben dem Sitzen, wie wir es gewohnt sind, wollen wir kleine Wanderungen im Schweigen unternehmen und vielleicht auch da oder dort im Freien eine kurze Sitzzeit halten.
Datum: 18.-20. Sept. 2009
Ort: Haus der Stille, in Waldauerbach bei 69427 Mudau (Odenwald)
Teilnehmen können selbstverständlich alle Sitzerfahrenen, auch wenn sie nicht Mitglied im Verein sind.
Eine Einladung mit genaueren Informationen folgt; jetzt geht es zunächst nur darum, daß sich Interessierte den Termin vormerken können.
Uta
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12. Januar 2009
Willigis verläßt Sanbo Kyodan
Willigis Jäger, der Zenmeister, der mich über viele Jahre geschult und auch in die Sanbo Kyodan Linie eingeführt hatte, hat gestern den Sanbo Kyodan formell verlassen, um eine selbständige Sangha zu gründen. Nun kann er - was ihm ein großes Anliegen ist und was innerhalb des Sanbo Kyodan nicht so schnell und nicht so leicht möglich gewesen wäre - viele seiner langjährigen Schüler zu Zenlehrern in seiner neuen Linie ernennen.
Willigis’ Entscheidung hat keinerlei Auswirkungen auf meine Tätigkeit und damit auf Euren Zenweg mit mir, da ich weiterhin Mitglied des Sanbo Kyodan bleibe.
Trotzdem bedauere ich Willigis’ Weggang aus der Schule, die uns über viele Jahre gemeinsame und verbindende Heimat unserer Lehrtätigkeit war, sehr.
Uta
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Dezember 2008
WEIHNACHTEN UND NEUJAHR
Den Mitgliedern unseres Vereins, aber auch allen, die zufällig diese Seite anklicken,
eine stille Zeit des Zusichkommens, des Rückschauens auf das Gewesene und des
zuversichtlichen Hinüberblickens auf das kommende Jahr !
Ich sagte zu dem Engel, der das alte mit dem neuen Jahr verband:
“Gib mir ein Licht, damit ich festen Schrittes in die Ungewissheit des Neuen schreiten kann!”
Er aber antwortete mir: “Geh hinein in die Ungewissheit und lege deine Hand in Gottes Hand,
das ist mehr wert als ein Licht und sicherer als den Weg zu wissen.”
(Gedanken eines chinesischen Christen zum neuen Jahr)
Nun geht das Jahr dahin
und alle Dinge mit ihm:
Und was noch, was noch?
Erster Tag im Jahr.
Nichts ist böse, nichts ist gut,
Sondern alles – lebt!
Jedes Jahr wieder, in jedem Jahr
blühen die Blumen auf die gleiche Weise.
Jedes Jahr wieder, in jedem Jahr
ändern sich die Menschen.
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Ende Juni 2008
SOMMERZEIT - URLAUBSZEIT
Wenn der Druck des Alltags abfällt, erlebt man nicht selten die einfachen Dinge ganz neu.
Vielleicht hört Ihr ja in der kommenden Ferienzeit tatsächlich einmal die Schmetterlinge lachen.
Novalis hat davon gedichtet, und mit seinen heiter-tiefen Versen möchte ich Euch
erfrischende Urlaubswochen wünschen. Uta
Wer Schmetterlinge lachen hört,
der weiß, wie Wolken schmecken.
Der wird im Mondschein. ungestört von Furcht,
die Nacht entdecken.
Der wird zur Pflanze, wenn er will,
zum Tier, zum Narr, zum Weisen
und kann in einer Stunde
durchs ganze Weltall reisen.
Der weiß, daß er nichts weiß,
wie alle andern auch nichts wissen;
nur weiß er, was die anderen und
auch er selbst noch lernen müssen.
Wer in sich fremde Ufer spürt,
und den Mut hat sich zu recken,
der wird allmählich, ungestört von Furcht,
sich selbst entdecken.
Abwärts zu den Gipfeln
seiner selbst bricht er hinauf,
den Kampf mit seiner Unterwelt
nimmt er gelassen auf.
Wer Schmetterlinge lachen hört,
der weiß, wie Wolken schmecken,
der wird im Mondschein, ungestört von Furcht,
die Nacht entdecken.
Wer mit sich selbst in Frieden lebt,
der wird genauso sterben
und ist selbst dann lebendiger
als alle seine Erben.
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Zazen-Sonntage in Bad Wimpfen
10. Juli 2007
Wegen des Umzugs von Uta Dreisbach gibt es bei den monatlichen Zazen-Sonntagen in Bad Wimpfen ab September kein teisho und Einzelgespräch mehr. Aber die Sitzzeiten 9.30 Uhr bis 15.00 Uhr bleiben, und alle, die üben wollen, sind weiterhin herzlich eingeladen. Termine und Einzelheiten siehe unter KURSPROGRAMM.
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Gedicht
04.02.2007
Die Sanbo Kyodan Linie hat Niederlassungen in vielen Ländern. Niederlassungen heißt Zendos und heißt natürlich auch Zenübende.
Von einem Mitglied des Maria-Kannon-Zen-Center in Dallas/Texas stammt folgendes Gedicht. Dank Internet können auch wir daran teilhaben:
The World Is My Zendo
At the start I bought books and filled my shelf
I read for hours and sat for minutes
Slowly my bookshelf shrinks
And my practice expands
But, still I cannot answer
“Why does a flower bloom?”
Perhaps
Just reading
Just sitting
Just practice
and a flower blooms.
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Chance des Augenblicks
05.01.2007
Im Wald geht das Gerücht um, der Bär habe eine Todesliste. Alle fragen sich, wer da wohl draufstehen mag. Schließlich nimmt der Hirsch allen Mut zusammen und fragt den Bären: “Sag mal, stehe ich auch auf deiner Liste?” – “Ja,” sagte der Bär, “auch dein Name steht auf der Liste.” Voller Angst läuft der Hirsch davon. Zwei Tage später wird er tot aufgefunden. Entsetzen macht sich breit.
Der Keiler hält die Ungewißheit, wer als nächster dran sein mag, nicht mehr aus, und fragt den Bären, ob auch er auf der Liste stehe. “Ja,” sagt der Bär, “auch du stehst auf meiner Liste.” Zwei Tage später wird der Keiler tot aufgefunden. Nun bricht Panik unter den Waldbewohnern aus.
Nur der Hase traut sich noch, den Bären aufzusuchen. “Bär, stehe ich auch auf der Liste?” – “Ja, auch du stehst auf der Liste.” – “Kannst du mich da streichen?” – “Ja, klar, kein Problem!”
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ZUM JAHRESBEGINN 2007
31.12.2006
Rengetsu war eine buddhistische Nonne im Kyoto des 19.Jh. Sie hatte hohe künstlerische Begabung, die sie vor allem in die Herstellung von Keramik und in das Schreiben von wakas fließen ließ. Wakas sind fünf-zeilige Gedichte. Ihr Gegenstand ist die Natur. Sie bilden einen Augenblick ab, in dem alles den Atem anzuhalten scheint. Eines von Rengetsu’s kurzen Gedichten lautet:
HAGELTAG
Wird das Papier
An meinem provisorischen kleinen Fenster
Standhalten
dem Prasseln
der Hagelkörner?
Rengetsu lebt allein in ihrer Hütte. Die Natur ist voll in Aktion. Unaufhaltsam prasselt der Hagel gegen das Papier, das sie notdürftig vor den kleinen Ausguck geklebt hat. Es trommelt, es knattert. Wird der dünne Schutz dem Sturm standhalten? Dieser winzige Lebensausschnitt, dieser bange Moment ist hier eingefangen.
Es geht nicht darum, welche rettenden Gegenmaßnahmen man am besten trifft. Es geht um den Moment davor, wo Rengetsu die Luft anhält: das Unwetter ist im Gange mit Urgewalt; niemand kann es stoppen. Wird mein Fenster dicht halten?
Insofern lässt dieses Gedicht sofort an andere bange Momente denken: Die 67. Bewerbung ist abgeschickt – werde ich die Arbeitsstelle bekommen? Das Wasser steigt und steigt - wird der Deich halten? Wird das Feuer vom Nachbarhaus auf unseres übergreifen? Werden die Frühchen überleben? Wird die Chemotherapie anschlagen? Wird der Sohn wieder aus dem Koma aufwachen?
Wie leben wir mit Ungewissheiten? Wie mit der Grundverletzlichkeit und Vergänglichkeit unseres Lebens? Wie, wenn wir nichts mehr machen können, weil die Dinge ihren Lauf nehmen mit Urgewalt?
Rengetsu lädt mit dem Zeugnis ihrer eigenen Lebensgeschichte ein, auf das zu bauen, was uns auch in bangen Momenten bleibt: hellwach sein und ganz einverstanden, hingegeben an das, was ohnehin geschieht. Wir können den Hagel der Lebensereignisse nicht stoppen, aber wir können mittendrin hellwach sein und ganz wir selbst.
Aber wer sind wir wirklich? Wenn man jemanden fragt: Wer bist du?, hört man meist: Ich heiße.. Ich komme da und da her… Von Beruf bin ich… Wir listen all die Zusätze auf, unsere provisorische, vorübergehenden Identität. Aber wer sind wir?
Rengetsu scheint zu sagen: schau das Papierfenster an, dieses dünne, vergängliche Etwas. Spürst du, daß es nichts abhalten kann? Du bist nicht anders. Spürst du deine tiefste Schutzlosigkeit, das Provisorische deines Lebens? Mit diesem Fetzen Papier - was willst du damit schützen? Deinen Besitz, dein Leben? Vergiß diese Versuche! Selbst mit modernsten Frühwarnsystemen und mit Strahlenbunkern, was können wir letztlich schützen von uns, wenn es Unglück hagelt? So gesehen sind wir tatsächlich schutzlos ausgesetzt, provisorisch, vergänglich.
Das erinnert mich an den Mönch, der Meister Tozan fragt: „Wenn Kälte und Hitze kommen, wie kann ich ihnen entgehen?“
Tozan: „Geh dorthin, wo es weder Kälte noch Hitze gibt!“
„Aber wie komme ich dorthin?“
„Wenn kalt, töte dich mit Kälte. Wenn heiß, töte dich mit Hitze!“ Mit anderen Worten: Hör auf, Unterschiede zu machen, das eine zu wollen und das andere nicht! Hör auf, dich bewahren zu wollen vor dem, was kommt! Und hör auf, dein Leben in Angst zu verbringen vor dem, was eintreten könnte. Für das, was wirklich eintritt, sammle deine Kraft! Laß es rein und lebe es! Nicht im Entkommen, sondern im Durchleben besteht unser Leben.
Die bange und ach so menschliche Frage darf sich ruhig melden: „Wird das Papier standhalten?“ Werde ich es schaffen? Allerdings: Standhalten - meint das wirklich nur Widerstand leisten gegen das, was kommt? Meint es nicht auch: das, was kommt, stehend, aufrecht, an meinem Platz durch-stehen, durchleben? Eines Tages wird das Papier reißen; dann ist das Leben durchlebt. Aber vorher hat es seine Aufgabe zu erfüllen!
Eine Sufiweisheit sagt:
Wenn du die Quelle nicht siehst,
wankst du in Verwirrung und Besorgnis dahin.
Wenn du erkennst, woher du kommst,
bist du ganz selbstverständlich tolerant,
losgelöst, amüsiert,
herzlich wie eine Großmutter,
voller Würde wie ein König.
Dann kannst du mit allem umgehen, was das Leben bringt,
und wenn der Tod kommt, bist du bereit.